Perus Zwei-Jahres-Einbürgerung endet: Ley 32421 verlängert auf fünf Jahre, mit Einkommenstest und ohne Rentista-Weg. Warum du jetzt unter altem Recht handeln solltest, und warum das ein Pass-Fenster ist, kein Steuer-Fenster. Der Guide 2026.
Peru war jahrzehntelang einer der schnellsten Wege zu einem zweiten Pass: Einbürgerung nach nur zwei Jahren. Kaum ein anderes Land bot einen so kurzen Weg zu einer vollwertigen Staatsbürgerschaft ohne Investitionssumme. Dieses Fenster schließt sich jetzt. Was jahrzehntelang ein verlässlicher schneller Weg war, wird bald der Vergangenheit angehören. Das neue Staatsbürgerschaftsgesetz Ley 32421 verlängert die Frist auf fünf Jahre, führt einen Einkommenstest ein und streicht den Weg für Ruheständler. Aber es gibt eine Übergangsphase, in der das alte, günstige Recht noch gilt, und die solltest du kennen. Genau diese Übergangsphase ist die entscheidende Gelegenheit. Und ich sage es gleich ehrlich: Das ist ein Pass-Fenster, kein Steuer-Fenster. Dieser Guide erklärt beides. Eine Vorbemerkung: Handeln unter altem Recht ja, aber die Staatsbürgerschaft ist nicht die steuerliche Ansässigkeit.
Was sich ändert: von zwei auf fünf Jahre
Beginnen wir mit der Änderung. Am 14. August 2025 hat Perus Kongress das alte Staatsbürgerschaftsgesetz 26574, das dreißig Jahre lang galt, durch das neue Ley 32421 ersetzt. Die Reform soll nach dem Willen des Gesetzgebers sicherstellen, dass Einbürgerungswillige echte, dauerhafte Bindungen an Peru nachweisen. Die zentrale Verschärfung: Die allgemeine Einbürgerungsfrist steigt von zwei auf fünf Jahre, bei Ehe von zwei auf vier. Das bedeutet für die meisten Antragsteller eine Verdoppelung oder Verdreifachung der Wartezeit. Dazu kommen ein Einkommenstest von zehn Steuereinheiten im Jahr, das sind für 2026 rund 55.000 Soles oder etwa 15.000 Dollar, nachgewiesen gegenüber der Steuerbehörde SUNAT, sowie Sprach- und Integrationstests zu Geschichte, Geografie und Staatsbürgerkunde und ein sauberes Interpol-Zeugnis. Das Einkommen muss aus rechtmäßiger, in Peru deklarierter Tätigkeit stammen, informelles oder unversteuertes Einkommen zählt nicht. Die Migrationsdaten dokumentiert IMI Daily. Damit verlässt Peru den kleinen Kreis der Länder mit Zwei-Jahres-Einbürgerung. Danach halten nur noch Argentinien und die Dominikanische Republik diese kurze Frist für die meisten Antragsteller offen.
Der Wegfall des Rentista-Wegs
Besonders schmerzhaft für viele DACH-Ruheständler ist eine zweite Änderung: Das neue Gesetz streicht den Rentista-Weg. Unter dem alten Recht konnten Menschen, die von einem stabilen Auslandseinkommen wie einer Rente oder Investitionen leben, schon nach zwei Jahren einbürgern. Diese Kategorie fällt im neuen Gesetz weg, sofern die Durchführungsverordnung sie nicht wiederherstellt. Verlässt man sich auf eine mögliche Wiederherstellung, geht man ein Risiko ein, das man nicht eingehen muss. Für Ruheständler ohne im Land erzieltes Einkommen bedeutet das: Der bisher einfache Weg zur peruanischen Staatsbürgerschaft ist bedroht. Denn der neue Einkommenstest verlangt in Peru deklariertes, im Land erwirtschaftetes Einkommen, das viele Rentner nicht haben. Wer als Rentner diesen Weg gehen wollte, muss jetzt besonders aufmerksam sein und das noch offene alte Recht nutzen, bevor es zu spät ist. Ob die Durchführungsverordnung den Rentista-Weg in irgendeiner Form zurückbringt, ist derzeit offen. Diese Streichung trifft genau die Gruppe, für die Peru bisher besonders attraktiv war. Rentner, die von Rente oder Kapital leben, waren jahrelang die typischen Nutznießer des schnellen peruanischen Wegs. Für sie ist das Ende des Rentista-Wegs die einschneidendste Änderung des ganzen Gesetzes.
Die Übergangsphase: das alte Recht gilt noch
Und jetzt die gute Nachricht. Das neue Gesetz ist noch nicht in Kraft. Es tritt erst mit der Veröffentlichung seiner Durchführungsverordnung in Kraft, die in einem Zeitraum von schätzungsweise 80 bis 180 Werktagen erwartet wird. Solange diese Verordnung nicht veröffentlicht ist, bleibt das alte Recht voll wirksam. Bis dahin gilt weiterhin das alte Recht 26574 mit seinen günstigen zwei Jahren. Dieses Gesetz galt drei Jahrzehnte und begünstigt Antragsteller mit familiären, wirtschaftlichen oder kulturellen Bindungen an Peru. Entscheidend ist die Übergangsregel: Alle Anträge, die vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes eingereicht werden, werden noch nach dem alten Recht beurteilt. Die Residenz- und Passwege dokumentiert Henley & Partners. Das heißt: Wer die zwei Jahre schon erfüllt oder bald erfüllt, kann jetzt noch unter dem alten, günstigen Recht einbürgern. Diese Grandfathering-Regel ist ausdrücklich im neuen Gesetz verankert. Dieses Zeitfenster ist real, aber es schließt sich mit der Verordnung. Niemand weiß genau, an welchem Tag die Verordnung erscheint, was das Handeln dringlich macht.
Was jetzt zu tun ist
Aus der Übergangsphase folgt die Handlungsempfehlung. Wer die zwei Jahre durchgehende legale Ansässigkeit unter dem alten Recht erfüllt, sei es über ein Arbeitsvisum, als Ehepartner oder Elternteil eines Peruaners, als Rentista oder als Bürger eines ibero-amerikanischen Landes, sollte den Antrag so früh wie möglich stellen. Auch Bürger aus Spanien, Italien und den Philippinen genossen unter dem alten Recht die kurze Zwei-Jahres-Frist. Denn sobald das neue Gesetz in Kraft tritt, gelten die längeren Fristen und höheren Hürden. Ein Antrag einen Tag vor Inkrafttreten wird noch nach altem Recht behandelt, einen Tag danach nach neuem. Dieser Stichtag macht die frühe Antragstellung so entscheidend. Wichtig ist dabei die echte Präsenz: Durchgehende Ansässigkeit bedeutet in Peru, dass man den Großteil jedes Jahres tatsächlich im Land gelebt hat, nicht nur gelegentlich eingereist ist. Migraciones prüft die Reisestempel genau, Lücken in der Ansässigkeit können den Antrag scheitern lassen. Wer jetzt handelt und die Voraussetzungen erfüllt, kann sich die kurze Frist noch sichern. Der günstige Zeitpunkt ist jetzt, nicht irgendwann, denn die Verordnung kann jederzeit erscheinen. Wer alle Unterlagen bereithält, kann im richtigen Moment sofort einreichen. Zögern kann hier drei zusätzliche Jahre kosten. Diese drei Jahre sind zugleich drei weitere Jahre echter Präsenzpflicht im Land.
Die ehrliche Wahrheit: Pass ist nicht Steuer
Und jetzt der Punkt, den ich mit Nachdruck betone. Das Peru-Fenster ist ein Staatsbürgerschafts-Fenster, kein Steuer-Fenster. Ley 32421 ändert die Steuerregeln nicht. Sie betrifft ausschließlich die Nationalität, nicht das Steuerrecht. Perus Steueransässigkeit folgt weiterhin der 183-Tage-Regel: Wer mehr als 183 Tage im Jahr im Land ist, gilt als domiziliert und wird auf sein weltweites Einkommen besteuert. Wer die 183 Tage nicht überschreitet, zahlt nur auf Einkommen aus peruanischer Quelle. Die Steuerregeln dokumentiert PwC. Die peruanische Staatsbürgerschaft bringt also keine steuerlichen Vorteile, sie ist ein Reisedokument und ein Rechtsstatus, keine Steuersenkung. Ein neuer peruanischer Bürger hat steuerlich genau dieselben Pflichten wie zuvor als ansässiger Ausländer. Wer wegen der Steuer nach Peru schaut, schaut auf das Falsche, denn Peru besteuert weltweit. Peru ist ein wunderbares Land zum Leben und ein guter Weg zu einem Pass, aber kein Steuerparadies. Als weltweit besteuerndes Land eignet es sich nicht als Ort, um Auslandseinkommen steuerfrei zu stellen. Diese Unterscheidung zwischen Pass und Steuer ist die wichtigste des ganzen Themas. Wer sie verinnerlicht, trifft bei Peru keine falschen Erwartungen. Der Pass eröffnet Reisefreiheit und Rechte, die Steuer bemisst sich allein nach Wohnsitz und Aufenthaltstagen.
Der DACH-Blick: das Fenster nutzen, die Steuer separat lösen
Damit zu dir. Wenn du Peru als Weg zu einem zweiten Pass nutzen willst, dann handle unter dem alten Recht, solange es gilt, denn die zwei Jahre sind ein echter Vorteil. Ein zweiter Pass bedeutet Reisefreiheit, eine Rückfalloption und ein Stück Sicherheit für die ganze Familie. Aber trenne sauber zwischen Pass und Steuer. Der eine ist ein Rechtsstatus, die andere eine Frage von Tagen und Wohnsitz. Die peruanische Staatsbürgerschaft senkt deine Steuer nicht, und sie beendet nicht deine deutsche Steuerpflicht. Zwei Pässe zu besitzen ist kein Steuermodell, es ist reine Mobilität. Dafür brauchst du den sauberen Wegzug aus Deutschland samt der Wegzugsbesteuerung nach Paragraf 6 AStG und, wenn du steuerlich profitieren willst, ein territoriales Zielland für die tatsächliche Ansässigkeit. Die tatsächliche Steueransässigkeit und die Staatsbürgerschaft können in völlig verschiedenen Ländern liegen. Peru gibt dir den Pass, die Steuerersparnis gibt dir die richtige Struktur woanders. Ein peruanischer Pass und eine paraguayische Steueransässigkeit etwa können sich hervorragend ergänzen. Beides zusammen ergibt den vollständigen Plan. Wer nur den Pass sieht und die Steuer vergisst, hat nur die Hälfte gedacht. Struktur entscheidet, nicht das Reiseziel.
Das Fazit
Perus Zwei-Jahres-Einbürgerung endet. Ley 32421 verlängert die Frist von zwei auf fünf Jahre, führt einen Einkommenstest von rund 15.000 Dollar sowie Sprach- und Integrationstests ein, und streicht den Rentista-Weg für Ruheständler. Damit fällt Peru aus dem kleinen Kreis der Länder mit einer Zwei-Jahres-Einbürgerung heraus. Aber das neue Gesetz ist noch nicht in Kraft, bis zur Durchführungsverordnung gilt das alte, günstige Recht, und Anträge davor werden noch danach beurteilt. Deshalb: Wer die zwei Jahre erfüllt, sollte jetzt handeln. Jeder Monat des Zögerns verkleinert das offene Fenster. Über allem aber steht die ehrliche Wahrheit: Das ist ein Pass-Fenster, kein Steuer-Fenster, denn Peru besteuert nach der 183-Tage-Regel weiterhin weltweit, und die Staatsbürgerschaft ist nicht die steuerliche Ansässigkeit. Wer diese Trennung ernst nimmt, nutzt das Pass-Fenster klug und löst die Steuer an der richtigen Stelle. Genau diese saubere Trennung von Pass und Steuer baue ich mit meinen Mandanten auf. So bekommst du den Vorteil des schnellen Passes, ohne dich über die Steuer zu täuschen. Klarheit über beide Ebenen ist der beste Schutz vor teuren Enttäuschungen.
Wenn du das Peru-Fenster für einen zweiten Pass nutzen und deine Steuer separat und sauber lösen willst, dann lass es uns gemeinsam planen. Buch dir ein Gespräch mit mir, den Link findest du direkt unten.
👉 Beratungsgespräch mit Harley buchen
Carpe Diem. Das Leben ist kurz und vergänglich. Ein Schuss. Mach was draus.

