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Guyana — Georgetown
🇬🇾

Guyana

Englischsprachiger Common-Law-Staat im Ölboom, Non-CRS, und ein Steuerrecht, das dich auf dein Welteinkommen erfasst.

Steuersystem
Hybrid 😐 — Abhängig von Einkommensquelle
Einbürgerung
6 Jahre
Präsenzpflicht
Steuerlich ab 183 Tagen · Einbürgerung: die letzten 12 Monate ununterbrochen im Land
CRS-Status
Non-CRS ✓

Warum Guyana?

Englischsprachiger Common-Law-Staat im Ölboom, Non-CRS, mit einer Steuerregel, die dich auf dein Welteinkommen erfasst, und einer Ausnahme davon, deren Verwaltungspraxis wir nicht belegen können. Von allen Ländern dieser Übersicht ist Guyana das am dünnsten dokumentierte.

Guyana gehört geografisch zu Südamerika und sonst zur Karibik: Amtssprache Englisch, Commonwealth-Mitglied, Common Law, Gesetze mit Charging Section und Second Schedule. Seit dem Ölfund im Stabroek-Block ist es eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt, und genau deshalb fragen Leser danach. Die Antwort für einen Wohnsitz aus dem deutschsprachigen Raum fällt trotzdem verhalten aus. Das Steuerrecht erfasst Ansässige nach dem Wortlaut auf ihr Welteinkommen, mit 25 und 35 Prozent. Es gibt eine Ausnahme, die für nicht domizilierte Ansässige nur den nach Guyana überwiesenen Betrag besteuert, aber wie die Steuerbehörde sie handhabt, ließ sich nicht belegen. Bis zum Pass sind es sechs Jahre, davon zwölf Monate ununterbrochen im Land. Und das Auswärtige Amt beginnt seinen Kriminalitätsabschnitt mit dem Satz, Gewaltkriminalität sei weit verbreitet. Diese Seite hat mehr offene Punkte als jede andere dieser Übersicht. Wir schreiben sie hin, statt sie mit plausibel klingenden Zahlen zu füllen.

  • Non-CRS: Guyana hat sich zu keinem Zeitpunkt zum automatischen Informationsaustausch verpflichtet und keinen Termin gesetzt
  • Englisch als Amtssprache und Common Law, in Südamerika sonst nirgends
  • Remittance-Ausnahme im Gesetz: Für nicht in Guyana domizilierte Ansässige ist Auslandseinkommen nur mit dem Betrag steuerpflichtig, der nach Guyana überwiesen wird
  • Ölboom: Die Wirtschaft wächst seit dem Stabroek-Fund in Größenordnungen, die es sonst nirgends gibt, mit den Preisfolgen in Georgetown
  • Der Haken: Der Steuertatbestand ist Welteinkommen, die Verwaltungspraxis zur Ausnahme ist ungeprüft, und die Gewaltkriminalität ist laut Auswärtigem Amt weit verbreitet

Aufenthaltstitel & Residenzoptionen

Einreise und Aufenthalt

Deutsche Staatsangehörige reisen visumfrei für bis zu 90 Tage ein. Vor jeder Ein- und Ausreise ist ein Online-Formular auszufüllen und den Grenz- und Zollbehörden vorzuzeigen. Für eine Erwerbstätigkeit ist eine Arbeitserlaubnis des Innenministeriums erforderlich.

Permanent Residence — offen

Hier behaupten wir nichts. Zu den Voraussetzungen einer Permanent Residence ließ sich keine Primärquelle erschließen: Die Seite des Innenministeriums war nicht erreichbar, das zuständige Amt veröffentlicht keine Anforderungsliste, und das Einwanderungsgesetz war nicht in einer belastbaren konsolidierten Fassung zugänglich. Sekundäre Darstellungen nennen unterschiedliche Fristen; die übernehmen wir nicht.

Steuerliche Ansässigkeit

Sie entsteht nach dem Steuergesetz auf zwei Wegen: wer dauerhaft in Guyana wohnt oder das beabsichtigt, abgesehen von Abwesenheiten, die die Steuerbehörde für angemessen hält — oder wer sich mehr als 183 Tage im Jahr im Land aufhält. Der zweite Weg ist der, den du steuern kannst.

Was für den Pass zählt

Für die Einbürgerung verlangt das Staatsangehörigkeitsgesetz Aufenthalt, nicht einen bestimmten Titel: die vollen zwölf Monate unmittelbar vor dem Antrag, dazu in den sieben Jahren davor insgesamt mindestens fünf Jahre. Der Minister kann Zeiten im Commonwealth anrechnen — für deutsche, österreichische und schweizerische Antragsteller nutzlos, weil keiner der drei Staaten dazugehört.

Steuern in Guyana

Hybrid 😐 — Abhängig von Einkommensquelle

Der Steuertatbestand ist eindeutig und in dieser Übersicht selten so klar formuliert: Einkommensteuer ist zu zahlen auf das Einkommen jeder Person, das in Guyana oder anderswo entsteht oder daraus stammt, und gleich ob es in Guyana zufließt oder nicht. Das ist Welteinkommen, nichts anderes.

Am Ende derselben Vorschrift steht allerdings ein Zusatz, den fast keine Übersicht führt. Er schaltet für zwei Fallgruppen auf Zuflussbesteuerung um: für außerhalb Guyanas entstehendes Erwerbseinkommen und für sämtliches Auslandseinkommen von Personen, die nicht gewöhnlich in Guyana ansässig oder nicht in Guyana domiziliert sind. In diesen Fällen ist die Steuer nur auf den nach Guyana überwiesenen Betrag zu entrichten. Das ist die klassische Remittance-Basis des britischen Rechtskreises, und ein Zuzügler aus dem deutschsprachigen Raum ist in aller Regel nicht in Guyana domiziliert, weil das Domizil im Common Law dem Ursprungsdomizil folgt und nur bei nachweisbarer, endgültiger Aufgabe wechselt.

Und hier hört das Belegbare auf. Ob die guyanische Steuerbehörde diese Ausnahme für nicht domizilierte Ansässige tatsächlich gewährt, in welchem Verfahren sie nachzuweisen wäre und wie sie den Domizilbegriff handhabt, ließ sich am Prüfstichtag nicht klären. Die Behörde veröffentlicht dazu nichts; ihre eigene Seite gibt nur den Grundsatz wieder und erwähnt die Ausnahme nicht einmal. Auf einer ungeprüften Verwaltungspraxis baut man keine Struktur, und deshalb steht hier der Gesetzeswortlaut und kein Gestaltungsversprechen.

Die Sätze sind aktuell und geprüft. Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein persönlicher Abzug von 1.680.000 Guyana-Dollar im Jahr oder einem Drittel des Einkommens, je nachdem, was höher ist, danach 25 % bis 3.360.000 Guyana-Dollar zu versteuerndem Einkommen und 35 % darüber. Wer ältere Werte liest, liest die Fassung von 2020, die auf der Behördenseite noch immer steht.

Essequibo: die Frage, die über zwei Dritteln des Landes steht

Vor dem Internationalen Gerichtshof ist das Verfahren Guyana gegen Venezuela über die Gültigkeit des Schiedsspruchs vom 3. Oktober 1899 anhängig und steht nach der Verfahrensliste des Gerichts derzeit in der Verhandlung beziehungsweise Beratung. Gegenstand ist der Verlauf der Grenze zu Venezuela und damit der Status der Region westlich des Essequibo, also rund zwei Drittel der guyanischen Landesfläche.

Wir nennen bewusst kein Entscheidungsdatum und keine Prognose, weil wir den Verfahrensstand im Einzelnen nicht auf Quellenebene verifiziert haben. Was für eine Standortentscheidung zählt, ist auch ohne Datum klar: Ein Land, dessen Grenzverlauf Gegenstand eines laufenden Verfahrens vor dem Internationalen Gerichtshof ist, trägt ein Risiko, das kein Steuersatz aufwiegt.

Der Zusammenhang läuft in beide Richtungen: Auf unserer Venezuela-Seite steht die Teilreisewarnung des Auswärtigen Amts für die venezolanischen Bundesstaaten an der Grenze zu Kolumbien, Brasilien und Guyana.

Staatsbürgerschaft: Der Weg zum zweiten Pass

Das Staatsangehörigkeitsgesetz verlangt in seiner zweiten Anlage zweierlei zugleich: Aufenthalt in Guyana während der gesamten zwölf Monate unmittelbar vor dem Antrag, und in den sieben Jahren vor diesen zwölf Monaten insgesamt mindestens fünf Jahre Aufenthalt. Dazu guter Leumund und die Absicht, in Guyana zu bleiben.

Rechne das durch: Wer ab Ankunft durchgehend im Land lebt, erfüllt die Bedingung frühestens nach sechs Jahren. Die Zahl auf unserer Karte ist gerechnet, nicht abgeschrieben. Der Minister hat Ermessen, kürzere Zeiträume genügen zu lassen und Aufenthalt in jedem Teil des Commonwealth anzurechnen — der zweite Hebel läuft für unsere Leser ins Leere.

Zu zwei Fragen sagen wir hier ausdrücklich nichts. Ob in Guyana ein Geburtsortprinzip gilt und ob Ehepartner guyanischer Staatsangehöriger einen verkürzten Weg haben, richtet sich nach Kapitel IV der Verfassung und nicht nach diesem Gesetz — das Gesetz regelt ausdrücklich nur die Fälle, die von der Verfassung nicht erfasst sind. Der Verfassungstext war am Prüfstichtag über die Parlamentsseite nicht abrufbar. Eine Zahl, die gut klingt, ersetzt keine Quelle.

Unser Guyana-Geheimtipp: Georgetown

Georgetown steht auf dieser Karte, weil es keine zweite Adresse gibt. Guyanas Bevölkerung und die gesamte nutzbare Infrastruktur liegen auf einem schmalen Küstenstreifen, und Georgetown ist der einzige Ort mit internationaler Anbindung, Banken und medizinischer Versorgung. Das ist eine Feststellung, keine Empfehlung, denn dieselbe Stadt steht in den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts an erster Stelle.

Dort heißt es: „Gewaltkriminalität ist weit verbreitet.“ Genannt werden Georgetown, die Straße nach New Amsterdam, die East Coast of Demerara, die Gegend um Buxton, Friendship und Annandale sowie die Strecke zwischen Georgetown und dem internationalen Flughafen Cheddi Jagan, jeweils mit Car Jacking, bewaffneten Raubüberfällen und Schießereien mit teils tödlichem Ausgang. Eine Reisewarnung besteht nicht. Ein Detail sagt viel über den Alltag: Das Amt empfiehlt, Geldautomaten vorzugsweise in internationalen Hotels zu nutzen, und nennt zwei namentlich.

Gesundheitlich ist Guyana anspruchsvoll: Malaria ganzjährig, mit hohem Risiko in sechs Regionen und geringem Risiko in Georgetown und New Amsterdam, dazu Dengue, Chikungunya, Oropouche, Zika und die Chagas-Krankheit. In den Regenzeiten von Mai bis Juli und von November bis Januar kommt es regelmäßig zu schweren Überschwemmungen an der Küste.

Auf der Karte steht „Hoch“, und Guyana ist damit das einzige Land dieser Gruppe mit diesem Wert. Der Ölfund hat die Nachfrage nach dem sehr kleinen Bestand an international nutzbarem Wohnraum und an Dienstleistungen in Georgetown verändert, und die von Zuzüglern tatsächlich genutzten Segmente werden faktisch in US-Dollar gehandelt. Wir nennen dazu bewusst keine Zahl: Für ein belastbares Preisniveau lag am Prüfstichtag keine Quelle vor, die wir zitieren würden.

Banking — außerhalb Guyanas

Banking und operative Gesellschaft gehören außerhalb Guyanas, und hier kommt ein besonderer Grund dazu. Die einzige steuerliche Erleichterung, die Guyana Zuzüglern bietet, hängt am Zufluss: Wer nicht domiziliert ist, versteuert Auslandseinkommen dem Wortlaut nach nur mit dem Betrag, den er nach Guyana überweist. Ob die Behörde das so handhabt, wissen wir nicht — aber falls ja, entscheidet die saubere Trennung deiner Struktur über alles, und ein Zahlungsstrom, der ohne Not durch Guyana läuft, ist der teuerste Fehler, den du machen kannst.

Der Non-CRS-Status heißt nur, dass guyanische Banken keine Kontodaten automatisch an deinen Herkunftsstaat melden. Er ändert nichts an deinen Erklärungspflichten dort. Und er ist kein Argument für einen Standort, dessen übrige Eigenschaften auf dieser Seite stehen.

Flag Theory: Warum Banking außerhalb?

Da das Land CRS-Teilnehmer ist und du keine lokale wirtschaftliche Substanz oder Betriebsstätte schaffen willst, gehören Banking und operative Firma außerhalb LatAms. Wir strukturieren das für dich. Mehr zu unseren Leistungen →

Für wen ist Guyana geeignet — und für wen nicht?

✓ Geeignet für

  • Wer beruflich im Öl- und Gassektor gebunden ist und die Rechtslage korrekt eingeordnet haben will
  • Wer bereits vor Ort ist und wissen muss, wie Guyana Auslandseinkommen erfasst
  • Wer ein englischsprachiges Common-Law-Umfeld in Südamerika sucht und die Sicherheitslage bewusst annimmt

✗ Weniger geeignet für

  • Wer steuerlich optimieren will (der Tatbestand ist Welteinkommen, die Ausnahme ungeprüft)
  • Wer eine präsenzarme Zweitresidenz sucht (der Pass verlangt zwölf zusammenhängende Monate im Land)
  • Wer ein normales Sicherheits- und Kostenniveau erwartet (Gewaltkriminalität weit verbreitet, Georgetown im Ölboom teuer)

Häufige Fragen zu Guyana

Besteuert Guyana mein Auslandseinkommen?

Nach dem Gesetzeswortlaut ja: Der Steuertatbestand erfasst Einkommen, das in Guyana oder anderswo entsteht, gleich ob es in Guyana zufließt. Dieselbe Vorschrift enthält aber eine Ausnahme, nach der bei Personen, die nicht gewöhnlich ansässig oder nicht in Guyana domiziliert sind, nur der nach Guyana überwiesene Betrag steuerpflichtig ist. Wie die Steuerbehörde diese Ausnahme handhabt, konnten wir nicht belegen, und wir behaupten dazu nichts.

Wie hoch sind die Steuersätze?

Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein persönlicher Abzug von 1.680.000 Guyana-Dollar im Jahr oder einem Drittel des Einkommens, je nachdem, was höher ist. Darüber 25 Prozent bis 3.360.000 Guyana-Dollar zu versteuerndem Einkommen und 35 Prozent auf den übersteigenden Teil.

Ab wann bin ich in Guyana steueransässig?

Wenn du dauerhaft dort wohnst oder das beabsichtigst, abgesehen von Abwesenheiten, die die Steuerbehörde für angemessen hält — oder wenn du dich mehr als 183 Tage im Jahr im Land aufhältst.

Wie lange dauert es bis zum guyanischen Pass?

Frühestens sechs Jahre. Verlangt werden zwölf Monate Aufenthalt unmittelbar vor dem Antrag und in den sieben Jahren davor insgesamt mindestens fünf Jahre. Anrechenbar sind Zeiten in anderen Commonwealth-Staaten, was für deutsche, österreichische und schweizerische Antragsteller nicht hilft.

Wie bekomme ich eine Permanent Residence in Guyana?

Das können wir nicht beantworten, und wir raten dazu, jeder Quelle zu misstrauen, die eine Frist nennt. Zu den Voraussetzungen ließ sich am Prüfstichtag keine Primärquelle erschließen: Die Seite des Innenministeriums war nicht erreichbar, das zuständige Amt veröffentlicht keine Anforderungsliste, und das Einwanderungsgesetz war nicht in belastbarer Fassung zugänglich.

Meldet Guyana meine Konten an Deutschland, Österreich oder die Schweiz?

Nein. Guyana steht auf der OECD-Liste in der Gruppe der Entwicklungsländer, die nicht zur Verpflichtung aufgefordert wurden und keinen Termin für einen ersten Austausch gesetzt haben. Das ändert nichts an deinen Erklärungspflichten im Herkunftsstaat.

Nächste Schritte

VidaLibrePlan betreut zwölf Länder in Lateinamerika. Guyana gehört nicht dazu.

Guyana erfasst Ansässige nach dem Gesetzeswortlaut auf ihr Welteinkommen. Es gibt eine Ausnahme für nicht domizilierte Ansässige, die nur den nach Guyana überwiesenen Betrag besteuert, aber wie die Steuerbehörde sie tatsächlich handhabt, konnten wir nicht belegen, und auf einer ungeprüften Verwaltungspraxis baut man keine Struktur. Dazu zwölf zusammenhängende Präsenzmonate vor dem Einbürgerungsantrag und ein Kostenniveau in Georgetown, das der Ölboom gemacht hat. Panama gibt dir 0 % auf Auslandseinkommen aus dem Gesetz statt aus einer Auslegung, den US-Dollar, einen Tag Präsenz alle zwei Jahre und einen funktionierenden internationalen Banking-Hub.

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